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Das Bundesamt für Verfassungsschutz beziffert das Islamismuspotential  auf 25.810 Personen. In Sachsen-Anhalt bestehen bisher keine gefestigten Strukturen der islamistischen Szene. Mit 300 Personen hat sich das Potential zwar erhöht, Sachsen-Anhalt bildet aber keinen Schwerpunkt der islamistischen Bedrohung (Verfassungsschutzbericht Sachsen-Anhalt 2018).

Zur Herausforderung wird der Islamismus  nicht erst dann, wenn eine Person aus ihrer Anhängerschaft bereit ist, Gewalt anzuwenden. Vielmehr stellt der Islamismus insgesamt, wie jede antidemokratische und autoritäre Ideologie, eine Herausforderung für demokratische Gesellschaften dar.

Desintegrations- und Nichtzugehörigkeitserfahrungen können insbesondere in der Jugendphase, bei prekären Lebenslagen, Bildungsmisserfolgen, Diskriminierungserfahrungen und nicht gelungener Integration die Hinwendung zu islamistischer Propaganda begünstigen. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Radikalisierungsgefahren ist es notwendig, die Präventionsarbeit Querschnittsthema zu begreifen und dabei sicherheitspolitische wie auch sozial- und integrationspolitische Aspekte gemeinsam zu berücksichtigen.  

Handlungsziel des Landespräventionsnetzwerks soll sein, die staatlichen Regelstrukturen in Bezug auf Islamismus durch Sensibilisierung und Vernetzung zu stärken. Hierbei ergänzen zivilgesellschaftliche Präventionsprojekte die staatlichen Regelsysteme und erproben neue Ansätze der Radikalisierungsprävention

Durch die Vermittlung von Wissen zur islamischen Religion sowie zur interkulturellen Sensibilisierung sollen mögliche Hinweise auf eine islamistische Radikalisierung von normaler Religionsausübung unterschieden und abgegrenzt werden können. Bestehende Informations-, Sensibilisierungs- und Fortbildungsbedarfe sollen durch zielgruppenspezifische Vermittlung von entsprechenden Angeboten abgedeckt werden. Damit verbunden ist die Aufgabe der Vernetzung der verschiedenen Netzwerkpartner.